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„Mit eiserner Zunge gepredigt“ – über kirchliche Gewalt im Mittelalter.

In seinem Buch rekonstruiert der Historiker Gerd Althoff die Rechtfertigungsmuster christlicher Brutalität unter Papst Gregor VII. dem „Heiligen Satan“ der katholischen Kirche.

Bischoff Bonizo von Sutri, seinerzeit enger Vertrauter von Papst Gregor VII schreibt, dass der selig zu preisen sei, der um der Gerechtigkeit willen Gewalt ausübe. Dies ist eine Botschaft, die in der Bergpredigt nicht vorkommt. Wie erklären Sie diese Diskrepanz?

Gerd Althoff: Bischof Bonizo beschäftigte sich in dem Werk, aus dem das Zitat stammt, zentral mit der Frage: Ist es dem Christen erlaubt, für die Wahrheit (das heißt die christliche Lehre) Gewalt anzuwenden? Er sammelte hierzu Beispiele aus der Geschichte sowie Zeugnisse der Bibel und der Kirchenväter, mit denen er die gestellte Frage nachdrücklich bejahte: Wenn es jemals für Christen erlaubt war, Gewalt für den Glauben anzuwenden, dann jetzt im Kampf gegen die Anhänger des häretischen und tyrannischen…

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