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Mr. NEUTRINO -Holger Thorsten Schubart
Schubart beim Bundespresseball
2 FREIMAURER unter SICH

Kriminalgeschichte

Kopie des Ausweisfotos von Holger Schubart (im Artikel wird fälschlich der Name „Schubarth“ verwendet). Das Bild stammt aus einem Artikel des Göttinger Tageblatts vom 5. September 2003. (Bild: Göttinger Tageblatt, Archiv)Artikel zu „Prinz Philipp-Albert von Sachsen-Coburg und Gotha“ bei Gomopa (September 2014)

1996 traf bei der Göttinger Polizei ein Tipp ein, es könne sein, dass der Sportpalast „morgen abbrennt“. Tatsächlich kam es zu einer Brandstiftung durch den Eigentümer, der durch die Entdeckung dieser Tat die Versicherungsumme nicht kassieren konnte. Schubart profitierte davon, weil er gleichzeitig als Konkurrent die Eröffnung eines Sportstudios plante; er stellte sich schließlich als der Tippgeber heraus. Im Verlauf des Prozesses wurde bekannt, dass bereits 1995 und 1996 Gebäude einer Schubart gehörenden Firma in Sachsen-Anhalt durch nie aufgeklärte Brandstiftungen zerstört worden waren.

Später berichtet die Geschädigte E. S., dass sie 1996 von Schubart kontaktiert wurde, um dessen Firma SCF einen Kredit über 50 Mio CHF zu verschaffen. Der Deal platzte 1997, weil Schubart gefälschte Wechsel der Baufirma Fröhlich als Sicherheit vorlegte. Es war aufgefallen, dass Schubart die Wechsel einschließlich eines Teils der Unterschriften vervielfältigt hatte. Schubart gab die Fälschung später zu. E. S. bestand auf einer Vertragsstrafe von 3 Mio CHF. Die erste Rate sollte sie persönlich in Göttingen in Empfang nehmen, wurde dort aber vor der Geldübergabe von hinten niedergeschlagen; später erhielt sie telefonische Morddrohungen. Schubart zeigte nun seinerseits E. S. an, weil er Provision zahlen sollte, ohne Kredite erhalten zu haben, und behauptete, E. S. habe ihn erpresst. Die Ermittler der Polizei akzeptierten Schubarts Darstellung, so dass E. S. für vier Monate in Untersuchungshaft geriet, bis sich herausstellte, dass ihre Ansprüche gerechtfertigt waren. Laut Haftprüfungsprotokoll war der Staatsanwaltschaft die Rechtmäßigkeit der Ansprüche bereits vorher bekannt.

Um Kreditkunden angebotene Kredite und entsprechende Provisionen glaubhaft darstellen zu können, bediente Schubart sich (unter Mithilfe weiterer Personen) auch mehrerer Pseudonyme (z.B. „Alexander von Reich“ oder „Goldberg“). Die fiktiven Personen wurden den Kunden als reiche Erben beschrieben. So erfanden Schubart und Komplizen einen „Alexander von Reich“ und statteten ihn mit der Legende aus, es handele sich um einen reichen Deutschamerikaner und Sohn einer Hamburger Reederfamile. Mit Hilfe eines Berliner Notars wurden gefälschte Papiere erstellt, um diese bei Banken zu präsentieren. Schubart gründete die Firma IUIC in Wilmington, Delaware, USA, später Florida. Mit Hilfe dieser Firma erleichterte Schubart die Baufirma Hochtief um 1,16 Mio DM. Auch die Holzmann AG wurde betrogen. Der Gesamtschaden durch Schubart wurde auf über 100 Mio DM geschätzt. Die Kredite in Höhe von bis zu dreistelligen Millionenbeträgen flossen zwar nicht, aber es konnten vorab Provisionen eingenommen werden. Mehrere Kunden gerieten dadurch in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. [24]

Auch gelang es einer Bande mit Schubart als Drahtzieher, ein Aktienpaket einer Kölner Witwe im Wert von 23 Millionen Euro zunächst unbemerkt von Köln nach Frankfurt zu transferieren. Schubart soll nach Erkenntnissen der Ermittler die heimliche Depot-Verschiebung aus dem französischen Gefängnis per Handy koordiniert haben. Die Aktien konnten der ahnungslosen Witwe zurückgegeben werden, da sie von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt werden konnten.[25]

Die Göttinger Firma SCF, bei der Schubart Geschäftsführer war, geriet 2000 in Konkurs und hinterließ Schulden in Höhe von 70 Millionen DM.

Schubart tauchte 2000 unter und hielt sich offenbar zunächst in Panama auf. 2001 wurden sein Wohnhaus und das Geschäftsgebäude in der Bertha-von-Suttner-Straße zwangsversteigert. Im Jahre 2002 wurde er in einer Luxusvilla in La Turbie bei Monaco festgenommen. Der Verhaftete versuchte zunächst, die Polizisten von seinem Diplomatenstatus zu überzeugen, konnte sich aber nicht erinnern, welches Land er repräsentierte. Er saß zunächst in Marseille in Haft und wurde später nach Deutschland ausgeliefert. Laut Presse führte Schubart seine Geschäfte vom Marseiller Gefängnis aus über ein Mobiltelefon fort. Im September 2003 wurde Schubart in Göttingen wegen besonders schweren Betruges zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

Im Mai 2006 wurde Schubart in Amsterdam verhaftet, weil er mit Hilfe seiner Londoner Firma sowie einer Firma auf den Caymans Privatpersonen und Firmen die Vermittlung großer Kredite (laut Anklage 1 Milliarde Euro) zugesagt hatte, aber nur die Provisionen kassierte. Schubart wurde 2006 vor dem Stuttgarter Landgericht angeklagt, das ihn wegen „gewerbsmäßigen Betruges“ zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilte.[26] Da die Taten vor dem ersten Prozess begangen wurden, wurde Schubart als nicht vorbestraft eingestuft; die Untersuchungshaft wurde angerechnet.

Torsten Schubarts Firmengeflecht

Holger Thorsten Schubart (geb. 10. April 1965 in Heidenheim, auch Holger Schubart oder Holger Torsten Schubart; manchmal wird Norden/Ostfriesland als Geburtsort genannt) ist ein deutscher Unternehmer aus Berlin. Schubart, der Mathematiker sein soll, geriet als „Holger Schubart“ Anfang der 2000er Jahre durch betrügerische Aktivitäten im Immobilien- und Investmentsektor und zwei Verurteilungen mit Haftstrafen in die Schlagzeilen. Im Eigenverständnis sieht sich Schubart als „Mathematiker, Unternehmer und Philantrop aus Berlin“[1]

Seit einigen Jahren macht Holger Thorsten Schubart mit einer angeblichen Erfindung zur kostenlosen Aufladung von Batterien mittels Neutrinos auf sich aufmerksam. Zum Sponsoring nutzte er auch den Bundespresseball 2014. Die Erfindung wird von seiner Firma Neutrino Inc vermarktet, für die er gutgläubige Investoren sucht. Ein Produkt wird nicht angeboten, unabhängige Expertisen über seine Erfindung gibt es nicht, und das der Erfindung zugrunde liegende Prinzip ist physikalisch unsinnig. Auf dem Gebiet der behaupteten Nutzung so genannter freier Energie oder anderer, angeblich kostenloser Energiequellen tummeln sich allein in Deutschland zahlreiche Unternehmen. Zumeist werden Anleger oder Käufer für Maschinen und Generatoren gesucht (siehe dazu: Freie-Energie-Geschäftsmodelle), die angeblich bald zur Verfügung stünden. Des Weiteren ist Schubart Gesellschafter der Firma Mega NFC GmbH aus Berlin, die Produkte mit dem zermahlenen Vulkangestein Klinoptilolith enthalten und entgegen der wissenschaftlichen Datenlage medizinische Wundereigenschaften haben sollen.

Zur Biografie und zum beruflichen Werdegang Schubarts ist im öffentlich zugängigen Internet und in der Presse so gut wie nichts zu erfahren. Einzig die Berufsangabe „Mathematiker“ ist auffindbar. Bei Xing wird für Schubart auch der akademische Titel eines „Dr. oek. Univerza Ljubljana“ angegeben. Auch findet sich in einer Gegendarstellung zu einem Artikel der Göttinger Tageszeitung die Angabe „Dipl. Kaufmann“, was darauf deutet, dass Schubart studierter Betriebswirt ist.[2]

Anfang 2017 hat Schubart versucht, einen Sponsorvertrag mit dem Fußballverein FC Energie Cottbus abzuschließen, der damals in der viertklassigen Regionalliga Nordost spielte.[3]. Die Verhandlungen wurden durch den Vorstand von Energie Cottbus beendet. Offensichtlich wurde die Entscheidung schon nach dem ersten Gespräch mit Schubart getroffen.[4]

Als Sponsor des Bundespresseballs 2014 ist Schubart seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen. Gegen ihn wurde deshalb von den Veranstaltern ein Titel erwirkt.[5] Zur Abgabe der Vermögenserklärung im Januar 2017 ist Schubart nicht erschienen.

Am 8. Oktober 2017 machte Jo Conrad über seinen Werbesender Bewusst TV Werbung für Schubart. Bei dieser Gelegenheit sagte Schubart, dass er zum postulierten Funktionsprinzip seiner Erfindung Patente angemeldet habe. Tatsächlich liegt bislang nur eine Patentanmeldung vor, kein erteiltes Patent.[6]

2018 gelang es Schubart für sein physikalisch unmögliches Projekt einen aufgeschlossenen Interviewer (Bolle Selke) beim russischen Staatssender Sputnik zu finden um erneut sein Vorhaben ins Gespräch zu bringen